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Schlagwort: Gedankensalat

Grau in grau

Grau in grau

Die Weser tritt über die Ufer. Es regnet. Grau in grau. Der perfekte Tag für diesen Anlass. Die Trauerfeier war beklemmend, die Trauerrede mochte ich nicht, die Beerdigung empfand ich als gräulich und schaurig. Die Familien, gemeinsam im kleinen Ort lebend, ist sich spinnefeind und voller Hass. Die eigene Schwester kam nicht, die Mutter wurde nur mit Wut ertragen. Wortlos und ohne Blick gehen Familienangehörige auseinander. Mir bleibt kopfschüttelnd der Atem weg. Ich brauche das nicht. Ein Leichenschmaus (lateinisch epulum…

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Halb so schlimm, halb so wild

Halb so schlimm, halb so wild

Unruhiger Schlaf. Mitten in der Nacht aufgewacht. Es hat lange gedauert, bis ich wieder einschlafen konnte. Im Dunkeln, sich im Bett wälzend, erscheinen nicht nur alle Katzen grau, geringe Probleme und kleine Hürden werden zu großen Herausforderungen. Die enormen, die bedeutenden Schwierigkeiten erscheinen in der Nacht als schier unüberwindliche, so mächtig und riesenhafte Klippen, man könnte verzweifeln. Und dann, oh Wunder, dass erste Tageslicht, der erste Kaffee und alles Grübeln scheint verflogen. Auf einmal werden bedachten Ausweglosigkeiten zu fast schon…

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Keine unbestimmte Veränderung in unmittelbarer Umgebung

Keine unbestimmte Veränderung in unmittelbarer Umgebung

Ich hatte vor Zeiten die Vorstellung, dass sich persönliches Unglück und familiäre Katastrophen auf eine mysteriöse, unerklärliche Weise ankündigen würden. Eine unbestimmte Veränderung der unmittelbaren Umgebung, ein Flimmern der Luft, ein kurzes Grollen der Welt. So ist es natürlich nicht. Wie viele Menschen sterben pro Tag? Richtig, es gibt ungefähr 150000 Todesfälle Tag für Tag. Eine Beliebigkeit sondergleichen. Man sollte sich damit abfinden. Unwichtig, nicht einmal eine Fußnote. Es gibt drei Menschen, würden sie vor mir sterben, könnte ich daran…

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Ein sich wellendes Schnitzel

Ein sich wellendes Schnitzel

Die Gewissheit der Unmöglichkeit, ohne Musik auszukommen. Wahrscheinlich lüge ich am Tag des Öfteren. Ich werde gelegentlich, soweit Zeit und Muße es erlauben, eine Strichliste führen. Herrenabend. Ich habe ein sich wellendes, wie unter Höllenqualen verstorbenes, nie eine Pfanne gesehenes Schnitzel zu mir genommen. Dazu eine Art Soße mit Pilzen. Dazu Pommes Frites und ein Schälchen Salat. Die Themen, so unnötig wie das Leben: Kündigung und drohende Arbeitslosigkeit, der kafkaeske Kontakt mit Sachbearbeitern der Bundesagentur für Arbeit, Bäume fallen, weil…

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Am Bahnsteig, wartend

Am Bahnsteig, wartend

Neulich wollte Herr K in der Stadt. Es war ein kalter, regennasser Tag. Einer von diesen Tage, an denen man keine Hund vor die Tür jagen würde. Einer dieser Tage, an denen man lieber im Bett geblieben wäre, die Decke über den Kopf gezogen, die Augen geschlossen, nach mir die Sintflut. Aber dann stand Herr K am zugigen Bahnsteig, sah im Zwielicht des beginnenden Tages den Zug heranrasen als plötzlich….. In diesem Zusammenhang fällt mir ein, es gibt Tage, da…

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Tagesnotiz. Spontaner Richtungswechsel, Dezembertag

Tagesnotiz. Spontaner Richtungswechsel, Dezembertag

Die Träume waren gewalttätig. Ich wachte wie erschlagen auf. Nach dem dritten Kaffee und einer heißen Dusche kehrte langsam das Leben zurück. Langer Spaziergang mit dem Hund. Männer in Warnwesten und mit Gewehren. Da heute Jagdtag ist, gehen wir nicht die gewohnte Strecke. Das neu erstandene Erziehungshalsband für den Hund ein ist bis heute ein Flop. Auf das durch die Fernbedienung am Halsband ausgelöste Piepen gibt es keine Reaktion. Geduld. Mir bleibt die Zeit, um über den Sinn des Lebens…

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Notizen. Auf dem Spaziergang von Robotern geträumt

Notizen. Auf dem Spaziergang von Robotern geträumt

Ein Traum. Umringt von dunkel gekleideten Männern, nicht wirklich bedrohlich. Dennoch zerbricht mein Hund, dieses sanfte Tier, nach kurzem Kampf dem einen der unbekannten Männer den Unterkiefer. Der Versuch meinerseits, die Bruchstellen zu schienen und bandagieren, erwies sich als sinnlos. Sogleich wurde ich von Musik geweckt. Da ich den Tag freihatte, ließ ich es gemütlich angehen. Das späte Frühstück, nach dem Fitnessstudio, bestand aus Kaffee und zwei kalten Chicken-Nuggets. Auf dem Spaziergang von Robotern geträumt. Abends waren wir in einem…

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Gewaltfantasien

Gewaltfantasien

Heute habe ich während einer Fahrt mit dem Fahrrad Gewaltfantasien entwickelt. Nicht oberflächlich, sondern sehr konkret. Ein Trekker hat den Fahrradweg blockiert. Zuckerrübenernte. Das ist nun einmal so, wie es ist, aber ich male mir genüsslich aus, wie ich den Bauern um die Ecke bringe. Wie, ist mir egal, Hautsache es ist schmerzvoll. Ich bin entsetzt. Ich brauche dringend ein höheres Maß an Gelassenheit und Gleichmut.