Unvermutete Zeitsprünge

am Kanal

Am Sonntag sind wir endlich einmal wieder gemeinsam gewandert. Im Harz, oberhalb und entlang der Oker. Es war sehr schön. Abschließend eine Kalorienbombe von Eisbecher.

Letzte Woche bin ich mehrmals bei schönstem Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Eine Strecke dreißig Kilometer. Nur auf Fahrradwegen, nur in der Natur, entlang des Kanals vorbei an Lastschiffen, kleinen Yachten und Schleusen. Die reinste Erholung statt der halbstündigen Fahrt mit dem Auto. Allerdings dauert der Spaß ein wenig. Überlege ernsthaft, mir ein E-Bike (Pedelec) zuzulegen.

Abends im Kino „Shape of Water“ gesehen. Wir hatten den Hund bei meiner Mutter abgegeben. Wir trafen sie zunächst ein Stockwerk tiefer bei ihrem ebenfalls alleinstehenden Nachbarn.  W. machte uns auf. Der alte, immer gut gelaunte Mann  stand wie  vom Donner gerührt im Flur. Tags zuvor ist sein jüngster Sohn verstorben.  Geschlafen, aufgestanden, gefallen, tot. Unerklärlich das Leben, manchmal der Tod, fair am wenigsten.  Das Leben geht weiter, die Welt dreht sich weiter ohne Stillstand. Ein unterhaltsamer Fantasyfilm im fast leeren Saal. Als wir den Hund bei der Mutter abholten, schliefen beide tief und hoffentlich friedlich.

Wir fuhren zurück in unser Dorf, in sanften Erhebung die Alleestraße hinauf, voraus noch die leise Ahnung von Licht.

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