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Schlagwort: Fragmente

Der große Berg

Der große Berg

Der große Berg kann nicht überwunden werden. Lähmende Tage und Wochen, fast einen Monat ein unlustiges Trauerspiel. Kein Schlaf. Bin ich noch bei Trost? Ich sollte doch verdammt noch mal doch Himmelhoch jauchzen und bin doch zu Tode betrübt. Und doch ist immer wieder Musik meine Rettung. Am Wochenende Stunden im Glück getanzt. Vor Wochen ein mitreissendes Konzert. Ein langer Lauf mit Musik aus längst vergangenen Tagen. Besser als bunte Pillen.

Kraftlos

Kraftlos

In der Nacht, im Halbschlaf, das Gefühl, als würde eine Katze aufs Bett steigen. Dann die Erkenntnis, ich bin tot. Zu früh aufgewacht und verzweifelt aufgestanden. Nach zwei Monaten zum Friseur. Die Haare, die schwindenden, nun wieder schön. In der noch wärmenden Nachmittagssonne Unkraut im Gemüsebeet gezupft. Vielleicht die schönste Stunde des Tages.

Momentaufnahmen

Momentaufnahmen

Gerade gegoogelt. Zwischen Feststellung einer Herzinsuffizienz und Eintritt des Todes vergehen statistisch gesehen fünf Jahre. Für einen Augenblick schien die Welt anzuhalten. Ein kurzer Moment der Spiritualität. Die letzten Tage zuviel Geld in Wartung und Reperatur für unser Wohnmobil gesteckt. In ein paar Tagen geht es los. Kleine Rundreise durch den Osten der Republik. Es gibt kaum einen Politiker, den ich nicht als unsympathisch, ja geradezu widerwärtig und störend empfinde. Ich hätte so gerne Hühner. Ein Nachbar hat drei. Kleines…

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Momente, Frisur vom Wind ruiniert

Momente, Frisur vom Wind ruiniert

Nach der Physiotherapie probeweise ein wenig Fahrrad gefahren, ob’s die Hand schon wieder mitmacht. Vorsichtig. Kalt, windig und leichter Regen. Frisur vom Wind im ruiniert. Auf dem Friedhof in der Stadt. Zu Besuch bei Menschen die man vermisst. Blumen auf drei Gräbern verteilt. Ich lese allgemein viel. Eine echte Leseratte. Zur Zeit Peter Mays „The Blackhouse“. Ein Mord, Reise in die Vergangenheit, alte Wunden und die schöne, karge Landschaft der äußeren Hybriden. Das neue Album „Knocturne“ von Be Forest gehört….

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Die dritte Woche

Die dritte Woche

Die dritte Woche meiner Krankschreibung und der diagnostizierten Arbeitsunfähigkeit. Abgesehen von der linken Hand alles bestens. Ich habe mehr Zeit, als mir gut tut. Da hilft wohl nur Arbeit und Struktur. Ich treibe jeden Tag, soweit aus ärztlicher Sicht erlaubt, Sport. Gehe regelmäßig zum Physiotherapeuten. Stunden im Freien mit Hund an der Leine. Durchsuche Schränke und Schubladen, räume auf, ordne neu, sortiere und trenne mich von Dingen. Ich koche regelmäßiger. Gestern habe ich ein Menemen Sucuklu mit Pul Biber und…

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Auf dem Bahnsteig

Auf dem Bahnsteig

Heute. Ein älterer, mir unbekannter Herr, tatsächlich wesentlich älter als ich, auf dem Bahnsteig. »Können Sie mir mit dem Automaten helfen, ich brauche eine Wochenkarte, was soll ich hier alleine,meine Frau ist letztes Jahr gestorben.« Alles in einem Satz. Ohne Punkt und Komma.

Irgendwas mit Kicherbsen

Irgendwas mit Kicherbsen

Ich denke öfter ans Sterben als mir lieb ist. Schwamm drüber. Wieder einmal das Kochen für mich entdeckt. Besonders Salate haben es mir angetan. Und Kichererbsen. Rote Linsen mit Kichererbsen, Rote Beete mit Kichererbsen. Bulgur mit Kichererbsen. Und natürlich selbst gemachten Hummus. Ich liebe Kichererbsen. Ich laufe öfter. Mein neuester Begleiter ist die Polar Vantage V. Ich bin zufrieden. Zwar fehlen noch einige Features, aber als Betatester fühle ich mich nicht unwohl. Mutter ist für ein paar Tage bei meiner…

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Nicht regelkonform

Nicht regelkonform

Ich habe mich gehen lassen. Gestern war es so heiß, das ich auf einer Teilstrecke (ohne Publikumsverkehr) oben ohne Rad gefahren bin. Es war sehr angenehm, aber natürlich nicht regelkonform. Nicht auszudenken, wenn das jeder machen würde. Die Hitze drückt auf Gemüt. Menschen ohne Humor sind nicht nur unangenehm, sie sind gefährlich. Einige meiner Feinde sind vollkommen humorlos, mein Sorge, das ich vor ihnen sterbe. Das würde mich ärgern. Ich wünschte, ich wäre wunschlos glücklich.