Strahlend blauer Himmel und Sonne satt. Und Kindergeschrei. Den ganzen Tag Kindergeschrei. Und überhaupt die Menschen. In diesen Tagen, alle scheinen zu Hause zu sein, ist mir die Nachbarschaft mehr als sonst zuwider. Es ekelt mich immer wieder, nach den Begriffen der Welt, freundlich zu sein. Ein Leben ohne Struktur. Aber die Gewissheit, der Hund […]
Fragmente
Der große Berg
Der große Berg kann nicht überwunden werden. Lähmende Tage und Wochen, fast einen Monat ein unlustiges Trauerspiel. Kein Schlaf. Bin ich noch bei Trost? Ich sollte doch verdammt noch mal doch Himmelhoch jauchzen und bin doch zu Tode betrübt. Und doch ist immer wieder Musik meine Rettung. Am Wochenende Stunden im Glück getanzt. Vor Wochen […]
Kraftlos
In der Nacht, im Halbschlaf, das Gefühl, als würde eine Katze aufs Bett steigen. Dann die Erkenntnis, ich bin tot. Zu früh aufgewacht und verzweifelt aufgestanden. Nach zwei Monaten zum Friseur. Die Haare, die schwindenden, nun wieder schön. In der noch wärmenden Nachmittagssonne Unkraut im Gemüsebeet gezupft. Vielleicht die schönste Stunde des Tages.
Momentaufnahmen
Gerade gegoogelt. Zwischen Feststellung einer Herzinsuffizienz und Eintritt des Todes vergehen statistisch gesehen fünf Jahre. Für einen Augenblick schien die Welt anzuhalten. Ein kurzer Moment der Spiritualität. Die letzten Tage zuviel Geld in Wartung und Reperatur für unser Wohnmobil gesteckt. In ein paar Tagen geht es los. Kleine Rundreise durch den Osten der Republik. Es […]
Momente, Frisur vom Wind ruiniert
Nach der Physiotherapie probeweise ein wenig Fahrrad gefahren, ob’s die Hand schon wieder mitmacht. Vorsichtig. Kalt, windig und leichter Regen. Frisur vom Wind im ruiniert. Auf dem Friedhof in der Stadt. Zu Besuch bei Menschen die man vermisst. Blumen auf drei Gräbern verteilt. Ich lese allgemein viel. Eine echte Leseratte. Zur Zeit Peter Mays „The […]
Die dritte Woche
Die dritte Woche meiner Krankschreibung und der diagnostizierten Arbeitsunfähigkeit. Abgesehen von der linken Hand alles bestens. Ich habe mehr Zeit, als mir gut tut. Da hilft wohl nur Arbeit und Struktur. Ich treibe jeden Tag, soweit aus ärztlicher Sicht erlaubt, Sport. Gehe regelmäßig zum Physiotherapeuten. Stunden im Freien mit Hund an der Leine. Durchsuche Schränke […]
Auf dem Bahnsteig
Heute. Ein älterer, mir unbekannter Herr, tatsächlich wesentlich älter als ich, auf dem Bahnsteig. »Können Sie mir mit dem Automaten helfen, ich brauche eine Wochenkarte, was soll ich hier alleine,meine Frau ist letztes Jahr gestorben.« Alles in einem Satz. Ohne Punkt und Komma.