Browsed by
Schlagwort: Stimmungslage

Gedankenspiel

Gedankenspiel

Hier sitze ich oft während meiner morgendlichen Runde mit dem Hund. Mir geht es gut. Abgesehen vom immer wiederkehrenden, fast schon mysteriösen Schwindel geht es mir gut. Der Job bringt mich nicht um. Familie. Das Haus, der Gemüsegarten und die Bienen, das wartende Reisemobil in der Scheune, mein Taschengeld reicht bis Ende der Woche. Das weit entfernte Rauschen der Straße, die Vögel sind lauter. Wolkenvermessung wo keine Wolken sind. Warum bin ich nicht glücklich?

Sonderbaren Anwandlungen

Sonderbaren Anwandlungen

Aber wenn mich diese sonderbaren Anwandlungen überkamen, wenn mir bang ums Herz wurde und ich die Würmer zu spüren meinte, die durch mein Blut wimmelten, war ich felsenfest davon überzeugt, dass die ganze Welt öd und grau war, ohne Sinn und Zweck, beschienen von einer ewig fahlen Wintersonne. Straße ins Nichts – James Lee Burke

Reisen im Wohnmobil: Thüringen – Ilmenau und Thüringer Wald

Reisen im Wohnmobil: Thüringen – Ilmenau und Thüringer Wald

Nach knapp einstündiger Fahrt in Ilmenau. Ein Parkplatz am Rand der Stadt. Es regnet. Wir warten. Dann doch Aufbruch. Wandern. Von Ilmenau geht es bis auf 861 Meter hinauf zum Kickelhahn. Hier liegt teilweise noch Schnee. Wir kehren in einer gemütlichen Hütte ein und warten bei deftiger Linsensuppe und Leberkäs das Ende der Regen- und Graupelfront ab. Das Wetter kann sich nicht entscheiden. Gestern im T-Shirt durch Weimar, heute fehlen die Handschuhe. Kalt. Sonne, Regen, Wind. Rundwanderung von 12 Km…

Weiterlesen Weiterlesen

Aufbruch

Aufbruch

Es ist früh. Ich stehe am Fenster und betrachte die eingeschneite Welt. Trinke vom frischen Kaffee. Hier ist es friedlich. Wäre ich ein Krokodil, hätte ich, einmal erwachsen, keine natürlich Feinde mehr. Ich brauche bei diesem Wetter für die Fahrt nach H länger als sonst. Ein Blick in die Zeitung, dann muss ich los. Da werden Kurden als Terroristen bezeichnet und der türkische Staat terrorisiert eine Stadt, bombardiert ein Krankenhaus und tötet hundertfach Zivilisten. Es ist doch alles eine Frage…

Weiterlesen Weiterlesen

Der Tag des Grauens ist vorbei

Der Tag des Grauens ist vorbei

Es gibt zwei Tage im Jahr, vor denen es mir stets graut. Der eine ist mein Geburtstag, der andere ist Silvester. Diese zwei, mit Bedeutsamkeit aufgeladenen, von meinen Mitmenschen bejubelten und gefeierten Tage, treiben mich in tiefe Betrübnis. Ich bekomme an Tagen wie diesen depressive Anwandlung, noch schlechtere Laune, als ich tagtäglich habe, es geht regelrecht finster zu. Silvester ist gerade kein Thema, mein verdammter Geburtstag ist gerade vorbei. Vorbei ohne Feiern. Der Hund ist bei der Tochter in H….

Weiterlesen Weiterlesen

Wechselbad

Wechselbad

Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt liegen Tage, Stunden und oft nur Minuten. Und umso mehr ich damit fertig werden muss, umso mehr werde ich des Wahnsinns fette Beute. Der Traum wird real. Das Reisemobil abgeholt und auf die Einfahrt geparkt. Juchzend. Danach den achtzigjährigen Geburtstag meiner Mutter gefeiert. Herzliche Zeitreise. Mir unbekannten Tanten begrüßten mich stürmisch. Nichten und Neffen, Onkel, eine immer noch große Familie mütterlicherseits, obwohl, das große Sterben hat schon begonnen. Hurra, meinen ruhigen, stillen Bruder…

Weiterlesen Weiterlesen

Tagesnotiz. Aufgewacht aus sorglosen Schlaf

Tagesnotiz. Aufgewacht aus sorglosen Schlaf

Um vier Uhr morgens aus sorglosen Schlaf erwacht und nicht wieder einschlafen können. Traum nicht der Rede wert. Die Realität im Nacken wälze ich mich unruhig im Bett und stehe auf. Hinunter in die Küche. Kaffee gekocht. Der Hund ist mir gefolgt und legt sich seufzend aufs Sofa. In meinem Zimmer gelesen. Was auch immer. Doch wieder eingeschlafen und viel zu spät aufgewacht. Die Frau längst aus dem Haus und der Hund unruhig. Muss raus. Das linke Handgelenk schmerzt bei…

Weiterlesen Weiterlesen

Keine unbestimmte Veränderung in unmittelbarer Umgebung

Keine unbestimmte Veränderung in unmittelbarer Umgebung

Ich hatte vor Zeiten die Vorstellung, dass sich persönliches Unglück und familiäre Katastrophen auf eine mysteriöse, unerklärliche Weise ankündigen würden. Eine unbestimmte Veränderung der unmittelbaren Umgebung, ein Flimmern der Luft, ein kurzes Grollen der Welt. So ist es natürlich nicht. Wie viele Menschen sterben pro Tag? Richtig, es gibt ungefähr 150000 Todesfälle Tag für Tag. Eine Beliebigkeit sondergleichen. Man sollte sich damit abfinden. Unwichtig, nicht einmal eine Fußnote. Es gibt drei Menschen, würden sie vor mir sterben, könnte ich daran…

Weiterlesen Weiterlesen

Ein Blick voraus

Ein Blick voraus

Es kann nur besser werden. Das sage ich, da mir vor Jahren geflüstert wurde, die Hoffnung würde zuletzt sterben. Aus Fehlern kann man lernen. Und ja, man bekommt nie eine zweite Gelegenheit, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Wie viele Menschen mögen von meiner Existenz wissen? Und wenn es nur eine Handvoll wären, sie würden mir, solange nicht allzu schlecht über mich geredet wird, voll und ganz reichen. Ein sorgenvoller Blick in den Spiegel. Verdammt, da sind Falten, die gestern…

Weiterlesen Weiterlesen

Meine Tagesration Acetylsalicylsäure

Meine Tagesration Acetylsalicylsäure

Mich im Traum von hinten beobachtet. Augenscheinlich auf der Flucht. Wie immer. An Tagen wie diesen kann es passieren. Jedenfalls bin ich knapp an einer Winterdepression vorbeigeschlittert. Erschwerend, seit gestern wurde ich durch Antriebslosigkeit und starke Kopfschmerzen ausgebremst. Das ist nicht lustig, geht aber erfahrungsgemäß vorbei. Acetylsalicylsäure. Gottseidank ist da noch der Hund, der mich beobachtet, auf Tritt und Schritt verfolgt und zwingt, vor die Tür zu gehen. Bewegung hilft immer. Neulich habe ich gelesen, dass zur erfolgreichen Behandlung einer…

Weiterlesen Weiterlesen