Die gucken alle so komisch. Reden so seltsam. In Berlin und den Landeshauptstädten nur Verrückte, besoffen in ihren Allmachtfantasien, in unverhältnismäßigen Maßlosigkeit einen Shotdown nach den anderen beschliessend, sie sind des Wahnsinns fette Beute. Die nächsten 323 Tage kommen noch ungefähr dreizehndrölfste Wellen, es sterben tatsächlich immer noch Menschen (was auch zukünftig wohl so bleiben […]
Tagesnotiz
- Fragmente
- ...
Wo geht es hin
Vorwärts, rückwärts oder Stillstand? Fast schon heimlich, eine Frage an die Frau, ansonsten Stillschweigen und dann entschieden. Knapp zwei Jahre vor der Möglichkeit, ohne finanziellen Einbußen in den Sack zu hauen, fast schon fröhlich, den Antrag gestellt. Sehr geehrter Herr, der Antrag auf Versichertenrente ist eingegangen. Wir werden uns bemühen, diesen Antrag sobald wie möglich […]
- Fragmente
- ...
Besuch
Gestern vormittags A. besucht. Eine verlotterte, verlorene Seele, einen total verrückten Hund am Halsband hochhaltend, öffnete die Tür. Ich kenne den Mann nicht wirklich, aber dies immerhin seit mehr als dreißig Jahren. Dieses Leben am Eingang zur Hölle wünsche ich Niemanden. Nach einer Stunde verließ ich betrübt den deprimierenden Ort.
Samstag
Morgens Schnee, nicht der Rede wert. Durch gelegentliche Wiederholung schaffe ich es nun ohne Mühe, nur zweimal in der Minute zu atmen. Eine schöne Übung, um ein wenig den Druck aus dem Kessel zu lassen. Gestern wurde der Apfelbaum vor dem Haus mit Hilfe fachgerecht beschnitten. Ungeeignete Triebe zu entfernen, eine Arbeit die Augenmaß erfordert. […]
- Fragmente
- ...
Eine Stunde Unsterblichkeit
Kennen Sie diese Augenblicke, diese Momente des Glücks, die nur durch Musik und vielleicht beim Laufen entstehen? Heute Morgen, bei -2° eine Stunde Laufen, eine Stunde in der mich der Coronavirus und die Allmachtsfantasien der Politiker kreuzweise können. Mit der Musik von The Cure und den Songs ihrer Köstlichkeiten »Seventeen Second«, »Faith« und »Desintegration« eine […]
Freier Tag
Der Tag bisher, und viel ist nicht mehr zu erwarten, war so langweilig und fad, das es fast schon Streit darüber gab, wer mit dem Hund rausgehen darf. Lagerkoller.
20-12
Trister Morgen. Kaffee, Inger-Shot. Er wankt die Treppe hinunter, es knirscht und quietscht, Schmerzen in der linken Achillessehne. Ein wahrlich alter Mann. Nach zehn Minuten Dehnung geht es ihm etwas besser. Weihnachtsbaum aufgestellt, die gute Frau wird ihn schmücken, ihm fehlt sowohl Befähigung als auch Genehmigung.
- Fragmente
- ...
Gestern ohne Nachrichten eingeschlafen
Mit Schmerzen in der Schulter aufgewacht. Wie so oft. Schön gelegener Friedhof mit Blick auf den Hafen. Die hölzerne Urne mit der Asche meines Bruders fest im Arm. Er verspürt gelegentlich einen dumpfen Schmerz. Verzehrend wie Hunger. Fernweh. Er hört im Halbdunkel, abseits der Anderen Progressive-Rock, die Musiker alter weißer Männer. Schlürft dabei Weißwein, genießerisch. […]